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Schachtanlage Rössing-Barnten

Die bergbaulichen Aktivitäten im Bereich des späteren Kaliwerk Rössing-Barnten begannen nahezu zeitgleich mit denen im Feld Siegfried. Ein Rechtsanwalt Mußmann schloss 1902 die ersten Verträge ab. Ohne selbst Aufschlussarbeiten durchgeführt zu haben, überließ dieser seine Berechtsame der Kali-Bohrgesellschaft Rössing-Barnten, die von dem Rittergutsbesitzer Dr. Max Schoeller, von Direktor Oskar Klauss aus Berlin und von dem Bergingenieur Lange geleitet wurde. Kapitalgeber waren die Firmen S.H. Oppenheimer, Max Marcus & Co. und Hermann Schüler aus Bochum sowie die Magdeburger Privatbank.

Ab 1905 führte die Gesellschaft insgesamt 15 Flachbohrungen und eine Tiefbohrung am Giesener Berg bei den Ortschaften Rössing und Barnten durch. Trotz anfänglicher Behinderung durch Kies und zähe Tonschichten konnte die Ausdehnung des Gipshutes über der Salzlagerstätte bestimmt werden. Der Ansatzpunkt der Tiefbohrung bei Barnten wurde durch ein geologisches Gutachten von Professor Wilhelm Hoyer festgelegt. Die Bohrung wies im Jahre 1906 bis zu einer Teufe von 903 Metern bauwürdige Kalilager einschließlich von Hartsalz mit einem maximalen KCl-Gehalt von 52 % nach.

Währenddessen gelang es Hermann Gumpel die Gesellschaft zu übernehmen und wandelte diese kurzerhand in die Bergbaugesellschaft Rössing-Barnten mbH um. Wie in der Gumpel-Gruppe üblich, entstand parallel dazu am 30. März 1907 die Rössing-Barnten Kalibergwerk GmbH als Trägerorganisation.

Im November 1911 begann das Abteufen des Schachtes Rössing-Barnten am Ansatzpunkt der Tiefbohrung. Bis zum Erreichen des Salzstocks war die Tiefbau und Kälteindustrie AG (vormals Gebhardt & König, Nordhausen) für die Ausführung der Arbeiten verantwortlich. Dieses Ziel wurde am 20. Juni 1913 erreicht. Kurz vorher wurde die Bergbaugesellschaft Rössing-Barnten in eine Gewerkschaft überführt. Dieses gelang nur durch den juristischen Trick einer Umwandlung einer „toten“ Gewerkschaft aus Olpe. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs war der Schacht bis zur Endteufe von 775 Metern fertiggestellt. Auch wurden bereits erste Vorrichtungsarbeiten auf der 500-m-Sohle vorgenommen. An weiteren Fördersohlen bestanden noch die 600-m-, 750-m- sowie als Unterwerksbau die 850-m-Sohle. Da die Schachteinbauten noch fehlten und nur eine provisorische Fördereinrichtung bestand, konnte erst im Januar 1916 die Förderung aufgenommen werden. Kriegsbedingt verzögerte sich die Fertigstellung vieler Einrichtungen, z.B. auch der Schachthalle. Das geförderte und vermahlene Rohsalz wurde zur Weiterverarbeitung übertägig nach Siegfried transportiert. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kalisalze von Rössing-Barnten die beste Qualität innerhalb der Siegfried-Gruppe. Auch in den ersten Jahren nach Ende des Ersten Weltkriegs behinderte Materialmangel den weiteren Ausbau der Schachtanlage, so auch den Vortrieb einer Verbindungsstrecke zum Werk Siegfried-Giesen. Beide Werke hatten ein Abkommen geschlossen, wonach der jeweils andere Schacht gemäß den Bergvorschriften als zweiter Ausgang dienen sollte.

Die schwierige wirtschaftliche Lage zu Beginn der 1920er Jahre zwang zu vorübergehenden Betriebseinstellungen. Der Schwerpunkt der untertägigen Arbeiten richtete sich auf die Vollendung der 2500 Meter langen Strecke nach Siegfried, die schließlich am 26. November 1923 erfolgte. Inzwischen waren auch die Tagesanlagen und Fördereinrichtungen fertiggestellt. In der Folgezeit wurden jedoch alle im Grubengebäude von Rössing-Barnten geförderten Salze unter Tage mittels einer Grubenbahn zur Schachtanlage Siegfried gefördert. Es erfolgten weitere Durchschläge nach Giesen auf den übrigen Sohlen. Mit dem Übergang der Gumpel-Gruppe an die Burbach-Kaliwerke wurde schließlich die Gewerkschaft Rössing-Barnten am 12. Dezember 1928 aufgelöst und die Schachtanlage wurde zur Bewetterung, Seilfahrt und Materialtransport an das Kaliwerk Siegfried-Giesen angegliedert.

 

 

 

 

 

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