Worum geht es eigentlich?

(Quelle: Landesplanerische Feststellung zum Raumordnungsverfahren vom 22.11.2013, Landkreis Hildesheim, FD 305 Kreisentwicklung und Infrastruktur, Seiten 9/10)

Die Firma K+S ist ein weltweit tätiger Hersteller von Standard- und Spezialdüngemitteln sowie Salzen. K+S bietet dabei Produkte für Landwirtschaft, Industrie und private Verbraucher.

K+S hat bis 1987 das Kaliwerk Siegfried-Giesen bei Hildesheim betrieben. Wegen zurückgehender Wirtschaftlichkeit musste die Produktion 1987 eingestellt werden. Die Kalifabrik in Giesen sowie die meisten anderen übertägigen Anlagen wurden zurückgebaut. Das Bergwerk wird seitdem im Verwahrungsbetrieb gefahren. Die Schächte sind weiter vorhanden und nutzbar.
Eine im Auftrag des Unternehmens erstellte Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass die aktuelle Entwicklung der Kalimärkte und technische Fortschritte es möglich erscheinen lassen, das Werk Siegfried-Giesen zu reaktivieren. K+S hat deshalb die verfahrensrechtlichen Schritte für einen künftigen Betrieb eingeleitet. Im Falle der Erteilung der erforderlichen berg- und umweltrechtlichen Zulassungen wird unter Berücksichtigung der dann bestehenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine Investitionsentscheidung getroffen. Eine positive Entscheidung vorausgesetzt, wird ein Baubeginn für das Jahr 2016 angestrebt, die Inbetriebnahme für das Jahr 020/21. Es ist eine Betriebszeit von ca. 40 Jahren vorgesehen.

In dem Hartsalzwerk Siegfried-Giesen sollen aus dem Salzstock Sarstedt durch bergmännischen Abbau Kalirohsalze, überwiegend Hartsalz, gewonnen und anschließend in der obertägigen Kalifabrik zu natürlichen Mineraldüngern aufbereitet werden. Die Lagerstätte weist die Besonderheit auf, dass sie neben Kalium auch die lebenswichtigen Pflanzennährstoffe Magnesium und Schwefel in Form von Kieserit enthält.

Mit der Wiederinbetriebnahme des Werkes werden mehrere hundert Arbeitsplätze geschaffen. Hinzu kommen weitere Arbeitsplätze im Bereich der Dienstleistungs- und Zuliefererindustrie.

Das Gesamtvorhaben Hartsalzwerk Siegfried-Giesen liegt auf dem Salzstock Sarstedt. Dieser umfasst eine Fläche von ca. 16 km² zwischen den Ortschaften Giesen, Ahrbergen, Sarstedt und Barnten.
Zur Reaktivierung des Hartsalzwerkes Siegfried-Giesen sollen die Infrastruktur des bereits erschlossenen, jedoch aktuell nur im Verwahrungsbetrieb fahrenden Bergwerks ertüchtigt sowie eine neue Fabrikanlage mit zugehöriger Infrastruktur errichtet werden. Das Vorhaben setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • Wiederinbetriebnahme des Förderschachtes am Standort Siegfried-Giesen
  • Bau neuer Produktionsanlagen und Verwaltungsgebäude am Standort Siegfried-Giesen,
  • Erweiterung des derzeitig noch vorhandenen Betriebsgeländes,
  • Wiederinbetriebnahme und Erweiterung der noch vorhandenen Bahnanbindung und Neubau der Verladeanlagen am Standort Siegfried-Giesen sowie optional Wiederinbetriebnahme des Hafens Harsum (mengenabhängig),
  • Schaffung der notwendigen Infrastruktur (Verlegung eines Teilbereiches der Schachtstraße, Be- und Entwässerungsanlagen) am Standort Siegfried-Giesen,
  • Klärung/Prüfung des Rückstandsmanagements (Entsorgung der festen/flüssigen bergbaulichen Abfälle), Errichtung einer Rückstandshalde,
  • Wiederinbetriebnahme des Schachtes Glückauf-Sarstedt als Seilfahrtschacht, Schaffung der notwendigen Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Be- und Entwässerung), Errichtung von Sozialgebäuden,
  • Wiederinbetriebnahme des Schachtes Fürstenhall als Materialschacht und ausziehender Wetterschacht,
  • Wiederinbetriebnahme und Nutzung des Schachtes Rössing-Barnten als einziehender Wetterschacht,
  • Neubau einer 110 kV-Stromleitung,
  • Neubau einer 20 kV-Ringleitung.